Donnerstag, 14. April 2011

Schwarm-Blödheit

Ich teile das Erschrecken der Bio-Ethikerin Christine von Weizsäcker. Sie berichtet von dem Versuch eines Neurophysiologen. Der nahm aus einem Fischschwarm einen Fisch heraus und durchtrennte ihm die Nervenleitungen zum Gehirn. So konnte der Fisch die Mitwelt nicht mehr wahrnehmen. Als der Forscher diesen hirnamputierten Fisch ins Wasser zurücksetzte, schwamm der wie wild im Zickzack hin und her. Und was geschah? Der gesamte Schwarm folgte ihm! Christine von Weizsäcker sagte dazu, manchmal habe sie den Eindruck, als würden wir wie hirnamputiert Befehlen folgen, ohne hinzuschauen, wer uns denn befiehlt, und was uns befohlen wird, und ob das für den Menschen gut ist. Quelle: Lob des Ungehorsams

Der Medien-Schwarm samt Anhang aus Polizei, Justiz, Medizin und Geheimdiensten ist für pro-Individuum-Argumente vollkommen unzugänglich.

Ohne zentralisierte Form der Oberaufsicht ist das Ganze also mehr als die Summe der Teile. Quelle: Kollektive Intelligenz

Neulich sah ich zufällig (darum leider nicht aufgezeichnet) im Programm des BR ein Experiment mit Fischen. Da wurde eine Fischattrappe aus Plastik oder Blech an einem Draht durchs Wasser eines Behälters bewegt, in dem sich ein einzelner Fisch ähnlicher Grösse aufhielt. Dieser lebende Fisch orientierte sich an der Attrappe und folgte dieser. Als man einen Schwarm dieser Fische ins Wasser setzte folgte der ganze Schwarm der Attrappe. Das Ganze war so verblüffend - obwohl sicherlich schonmal im BioUnterricht gesehen - dass man das kurze Video gerne nochmal sehen und zeigen würde. Eigenartiger Weise kann ich es auf YouTube nicht finden. Zu aufkärerisch und demaskierend für unsere heutige Zeit?