Dienstag, 7. Februar 2012

Fahrenheit 451: die unfassbare Metabotschaft


Vordergründung scheint der Film Fahrenheit 451 ein Plädoyer für das Lesen von Büchern zu sein. Schaut man genauer hin, trifft das Gegenteil zu. Der Film ist aus der Mitte der 60er Jahre, als in Zeiten aufkommenden Farbfernsehens, Hifi- und Stereo-Rundfunks und Kassettenrekordern das Buch sicherlich in Bedrängnis geriet, aber eben nicht durch Bücherverbrennungen, darum erscheint das Thema des Films nicht zeitgemäss. Es ist sogar noch extremer: Fahrenheit 451 propagiert als Metabotschaft die Praxis des technischen Gedanken-Fernlesens!

Dass der Film sich eigentlich GEGEN Bücher wendet, wird an einigen Stellen deutlich. So sagt der Protagonist, der berufliche Bücherverbrenner Guy Montag, der soeben das Bücherlesen für sich entdeckt hat: "Ich muss lesen, viel lesen, ich habe viel nachzuholen, die ganze Vergangenheit wartet auf mich". Kann es ein vernichtenderes Urteil über Bücher geben? Bücher als Medium der Vergangenheit. Weiterlesen