Freitag, 17. Februar 2012

Wulff und das Versagen der Medien

Mobbing „geht an die Nieren", denn Mobbing war es. Der Mann hätte nie Bundespräsi werden dürfen, denn er war seinem Amt nicht gewachsen: langweilige, kraftlose Reden, vorgetragen mit zaghafter, fast weinerlicher Stimme alle halbe Jahr, und dazwischen keinerlei erkennbare Aktionen im Sinne des Gesagten, das war eine Zumutung und eindrücklicher Beweis, dass Überforderung viel Schaden anrichten kann. Aber wenn schon kurz nach Bekanntwerden der ersten Vorwürfe gegen Wulff dann Abends sogar der Kinderkanal sich über Wulff lustig macht, und nach einigen Wochen Wulffbashing dann mehrere Zeitungen auf ihrer Titelseite einen Stempel drucken, des Inhaltes: diese Zeitungsausgabe sei „Wulff frei", ähnlich wie Stempel auf Lebensmittelpackungen „Gentechnik frei", und das Ganze als Teil einer Welle von Wulff-Bashing wohl jeder gesellschaftlichen Gruppe die irgendwie medial präsent ist, dann ist klar, es geht eben nicht primär um Information der Bevölkerung über Verfehlungen eines Politikers, wie Medienvertreter allergisch behaupten um dem Kampagnen-Vorwurf zu begegnen, sondern offenbar darum, jemanden aus seinem Amt zu mobben. Das Ganze schliesslich vor dem Hintergrund, dass Wulff keine Verbrechen oder sonstwelche sensationell schlimmen Dinge vorgeworfen werden, die über das gängige Mass der Korruption in diesem Lande hinausgehen. Aber erst nachdem die Medien Jahre lang im Fall Wulff gepennt haben, denn die Verfehlungen Wulffs passierten während seiner Jahre als Minipräsi von Niedertrachten. Als es zu spät war sind die Medien aus ihrem Schlaf geweckt worden, sind hoch geschreckt, haben ihre Mobbing-Maschine angeworfen und konnten sich freuen, denn mit der Welle Wulffbashing liess sich einiges Geld verdienen. Das Pennen der Medien kostet die Steuerzahler viel Geld. Hätten die Medien ihren Job gemacht, wäre schon vor Jahren Gauck statt Wulff Präsident geworden, die teure Versorgung eines Fehlgriffes wäre den Steuerzahlern erspart geblieben. Die Medien diagnostizieren, Wulff verstehe professionelle Annäherungen an ihn falsch, als Interesse an seiner Person, statt an seiner Funktion. Also Wulff hat quasi ein überdurchnittliches Bedürfniss nach Freundschaften. Das erklärt sich womöglich aus Wulffs Biographie einer sozial defizitären Kindheit. Nicht seine Schuld, aber sein Fehler. All das hätten die Medien schon bei Wulffs Anläufen auf den Posten als Chef von Niedersachsen erkennen und schärfer beobachten können und müssen, und spätestens seit er dann tatsächlich der Landesvater von Niedersachsen war. Die Behauptungen von Journalisten, man habe kein Zugriff auf wichtige Unterlagen gehabt, halte ich für vorgeschoben, denn man hätte - wie jetzt auch - Wulff durch öffentlichen Druck zur Freigabe der Unterlagen bewegen können.
Auch wenn ich Wulff für eine Fehlbesetzung als Bundespräsident gehalten habe, so hat er doch nicht selten Richtiges gesagt. Beispielsweise dass der Islam zu Deutschland gehöre.

In einer ARD-TalkShow zum Thema Wulff:
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