Mittwoch, 8. Mai 2013

Für die Herrschenden sind Wir wie Bücher



Mich würde mal interessieren, wie traditionell diese an aufgeschlagene Bücher erinnernden Stirntätowierungen sind. Die alten Stirntattoos, die ich kenne, ähneln eher pflanzlichen oder anderen Mustern.

Wird die Europäische Kommission im "gemeinsamen Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts" eine Richtlinie für die Zertifizierung aller europäischen Hirne erlassen?

"Das Eindringen in das Ich seiner Bürger durchstösst den inneren Kern dessen, was J.P. Reemtsma das "rechtsfähige Subjekt" nennt.

"Das Ich, das den freien Willen bestimmt, ist vielleicht eine soziale Konstruktion, aber deshalb ist es noch keine Illusion" [Jürgen Habermas]

Zitate und zitiert aus dem Buch von Thomas Darnstädt: Der globale Polizeistaat

Die versteckte Feststellung, dass wir für die Herrschenden wie Bücher sind, findet sich schon im Roman bzw Film "Fahrenheit 451" aus den 1950er bzw -60er Jahren.

Dass wir einfachen Leute die Objekte umfassendster Beobachtung & Überwachung sind (inklusive technischem Gedankenlesen), und damit den "Kulturschaffenden", also Filmemachern, Buch- und Drehbuchautoren, Regisseuren, Journalisten, Kabarettisten, Poetry-Slammern, Sängern, Musikern usw als Vorlage dienen, für ihre bunten Produkte zur Unterhaltung eines zahlenden Publikums, das thematisiere ich hier ja schon seit einiger Zeit immer wieder.

Die aktuellste, modernste, künstlerisch verfremdete Behandlung des Themas habe ich in der "Thursday Next Buchreihe" von Jasper Fforde gefunden, aus den 1990er und 2000er Jahren. Dort ist die Welt der Herrschenden die eigentliche Welt, hingegen wir einfachen Leute sind die Geschichten-gebundenen Figuren in der wenig-dimensionalen Welt unserer eigenen Geschichte, also unserer eigenen Gedanken, wohingegen die Herrschen, insbesondere die Medien, auch durch die Gedankenwelten anderer Menschen reisen können.