Donnerstag, 13. September 2012

Meine Buch-Kritik: A. Eschbach: Eine Billion Dollar

Zuerst ist mir das vorangestellte Zitat von Churchill aufgefallen, Demokratie sei die schlechteste Regierungsform, dann fand ich vorne auf den ersten Seiten eine Bemerkung, von der ich nicht wusste, ob sie ein Fake und in allen Ausgaben dieses Buches steht, oder nur in bestimmten Ansichtsexemplaren, denn sie war an Rezensenten gerichtet, ihre Kritik nicht vor dem 11.09.2001, dem angeblichen (und wohl tatsächlichen) Erstverkaufstag des Buches, zu veröffentlichen, zusammen mit dem Hinweis, das Buch sei ein unverkäufliches Leseexemplar. Mittlerweile weiss ich, dass das kein „Witz“ des Autors kurz nach Nine-Eleven sein sollte, denn diese Bemerkung war offenbar tatsächlich nur in bestimmte kostenlose Ansichtsexemplare gedruckt. Dass das Buch also wohl tatsächlich schon vor Nine-Eleven geschrieben und genau an dem Tag auf den Markt kam, als diese unfassbaren Anschläge in den USA passierten, das ist ein ziemlicher Hammer. Zumal das Buch von New York und auch vom World Trade Center handelt. Das würde bedeuten, der Autor ist wohlmöglich Mitwisser oder Teil einer Verschwörung, die schon vorher wusste, dass am 11-09-2001 etwas Wichtiges in den USA, in New York und gar mit dem WTC passieren wird. Dafür spricht, dass die im Buch beschriebene Leipziger Journalistin offenbar als reales Vorbild die Medienfrau Else Buschheuer, alias Sabine Knoll hat, die ebenfalls aus Leipzig stammt und während der Anschläge in New York weilte. Den im Roman die Welt beherrschenden Wirtschaftskonzern des John Fontanelli, dessen Vermögen auf durch die Jahrhunderte bewahrtes und vermehrtes Vermögen basiert, lese ich als Allegorie auf ein real existierendes den ganzen Globus beherrschendes Imperium aus Geheimdiensten, Militär, Polizei, Medizin und Medien, denn deren Existenz wird im Buch weitgehend totgeschwiegen. Namen und Initialen des Magnaten wecken diverse gedankliche Assoziationen: Fontanelli klingt auch ein bisschen wie Freemansonry (= Freimaurerei). Last but not least bedeutet Fontanelli übersetzt vielleicht „kleine Fontäne“, was wiederum an diverseste aktuelle Symbole der Macht erinnert: Der Autor scheint brisante wahre Wirklichkeit auf dreierlei Weise zu verschleiern: entweder totschweigen (so kommen Geheimdienste, Militär, Polizei und Medizin als elitäre Macht-Imperien entweder gar nicht oder nur ganz kurz und am Rande vor.Medien und Banken sind nur Abteilungen und Unterabteilungen der Geheimdienste.), oder nur kurz und dezent streifen (der Musterungsbefund ist ein alles entscheidender aber nur kurz erwähnter Link zum Militär. Woher weiss der Unbekannte von dem negativen Befund, wenn er nicht selbst Teil des Militärkomplexes ist?), oder durch Einbettung der Wahrheit in einen Kontext aus Wirrniss, Phantasie und Krankheit (an solche Theorien möchte man als Leser dann nicht gerne glauben). Fazit: Der Roman ist interessant und aufschlussreich, aber der Autor totschweigt oder verschleiert brisanteTatsachen und führt absichtlich in falsche Richtungen.