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Dienstag, 7. Februar 2012

Film: Fahrenheit 451: die unfassbare Metabotschaft


Vordergründung scheint der Film Fahrenheit 451 ein Plädoyer für das Lesen von Büchern zu sein. Der Film ist aus der Mitte der 60er Jahre, als in Zeiten aufkommenden Farbfernsehens, Hifi- und Stereo-Rundfunks und Kassettenrekordern, das Bücher lesen in Bedrängnis geriet, aber eben nicht durch Bücherverbrennungen - darum erscheint das Thema des Films nicht zeitgemäss. 
Es ist sogar noch extremer: Fahrenheit 451 propagiert als Metabotschaft die Praxis des technischen Gedanken-Fernlesens!

Dass der Film sich eigentlich GEGEN Bücher wendet, wird an einigen Stellen deutlich. So sagt der Protagonist, der berufliche Bücherverbrenner Guy Montag, der soeben das Bücherlesen für sich entdeckt hat: "Ich muss lesen, viel lesen, ich habe viel nachzuholen, die ganze Vergangenheit wartet auf mich". 
Bücher als Medium der Vergangenheit - nicht gerade Werbung für Bücher. 

Mittwoch, 8. Mai 2013

Für die Herrschenden sind Wir wie Bücher

Szenen aus dem neuseeländischen Spielfilm "Die letzte Kriegerin"
 
Mich würde mal interessieren, wie traditionell diese an aufgeschlagene Bücher erinnernden StirnTätowierungen sind. Die alten StirnTattoos, die ich kenne, ähneln eher pflanzlichen oder anderen Mustern.   

Folgende Zitate sind aus dem Buch von Thomas Darnstädt: Der globale Polizeistaat:

Wird die Europäische Kommission im "gemeinsamen Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts" eine Richtlinie für die Zertifizierung aller europäischen Hirne erlassen?

"Das Eindringen in das Ich seiner Bürger durchstösst den inneren Kern dessen, was  J.P. Reemtsma das "rechtsfähige Subjekt" nennt.

"Das Ich, das den freien Willen bestimmt, ist vielleicht eine soziale Konstruktion, aber deshalb ist es noch keine Illusion" [Jürgen Habermas]


Die versteckte Feststellung, dass wir für die Herrschenden wie Bücher sind, findet sich schon im Roman bzw Film "Fahrenheit 451" aus den 1950er bzw -60er Jahren.

Dass wir einfachen Leute die Objekte umfassendster Beobachtung & Überwachung sind (inklusive technischem Gedankenlesen), und damit den "Kulturschaffenden", also Filmemachern, Buch- und Drehbuchautoren, Regisseuren, Journalisten, Kabarettisten, Poetry-Slammern, Sängern, Musikern usw als Vorlage dienen, für ihre bunten Produkte zur Unterhaltung eines zahlenden Publikums, das thematisiere ich hier ja schon seit einiger Zeit immer wieder.

Die aktuellste, modernste, künstlerisch verfremdete Behandlung des Themas habe ich in der "Thursday Next Buchreihe" von Jasper Fforde gefunden, aus den 1990er und 2000er Jahren. Dort ist die Welt der Herrschenden die eigentliche Welt, hingegen wir einfachen Leute sind die Geschichten-gebundenen Figuren in der wenig-dimensionalen Welt unserer eigenen Geschichte und eigenen Gedanken, wohingegen die Herrschenden, insbesondere die Medien, auch durch die Gedankenwelten anderer Menschen reisen können.

Dienstag, 7. Mai 2013

Der Name der Rose: Allegorie einer magischen Bibliothek aus "Buch-Menschen"?

Wenn ich die Interpretationen zu dem Roman von Umberto Ecco (Name!), um 1980 herum, "Der Name der Rose", richtig deute, insbesondere das Nichtgesagte zwischen den Zeilen, dann ist die magisch-mystische Bibliothek im Zentrum des Romans ein Symbol für die Gehirne lebender Menschen, und das einsam liegende Kloster mit seinen Mönchen als Sachwalter der geheimen Bibliothek symbolisiert eine verschworene Wissenschaftler-Kaste, die mit ihren speziellen Geräten die Gedanken der Menschen auch für andere "Glaubensbrüder" lesbar machen. So scheint im Kloster ein reger Besucherverkehr zu herrschen, alle wollen vom Inhalt der speziellen Klosterbibliothek profitieren. Bemerkenswerterweise entscheiden nicht die Interessenten und Besucher, was sie zu lesen bekommen, sondern allein der Verwalter der Bibliothek, der als einziger die Systematik der Bibliothek beherrscht.

Menschen als Bücher: Filmkritik Fahrenheit 451

Freitag, 8. Juni 2012

Fahrenheit 451: "Ihr entziffert mich nicht!"

soll Romy Schneider empört ausgerufen haben.
Bildquelle: http://www.ueltzhoeffer.de

Sichelich meinte sie damit eher die De-Chiffrierung ihrer Gedanken und Gefühle, als die ihres genetischen Codes, denn dafür hätte ja schon eine einzige Körperzelle genügt.